Artikel 1 · Wer auf einer Webseite für Kassensysteme landet, erwartet wahrscheinlich Informationen über Kassensoftware, TSE, Bondrucker oder Handscanner.
Einen langen Artikel über Restaurants erwartet man hier eher nicht.
Und noch weniger erwartet man, dass ausgerechnet ein Hersteller von Kassensoftware über Speisekarten, Kalkulation oder Restaurantkonzepte schreibt.
Ganz ehrlich: Wir hätten das vor einigen Jahren wahrscheinlich selbst nicht erwartet.
Trotzdem beginnen wir heute mit einer neuen Artikelserie:
„Gastronomie – Ein Blick von der Seite.“
Fangen wir mit der Wahrheit an
Wir sind keine Gastronomen.
Wir sind keine Köche, keine Restauranttester und wir besitzen auch keine Restaurantkette.
Wir haben nie einen Dönerladen betrieben. Wir backen keine Pizza.
Und wenn wir versuchen würden, einen Kaiserschmarrn zu machen, würde wahrscheinlich jemand vorsichtshalber schon einmal die Feuerwehr rufen.
Bis hierhin also nichts Besonderes.
Wir sind keine Gastronomen. Vielleicht ist genau das manchmal unser Vorteil.
Was wir aber seit mehr als 25 Jahren machen:
Wir entwickeln Software und KAssensysteme für die Gastronomie.
Wir verkaufen, konfigurieren und installieren Kassensysteme für Restaurants, Imbisse, Cafés, Bars, Bäckereien, Eiscafés, Foodtrucks und viele andere Betriebe.
In diesen 25 Jahren sind tausende Gastronomen durch unser Büro gegangen.
Und genau deshalb durften wir etwas erleben, was man von außen zunächst gar nicht erwartet.
Die Kasse kommt meistens ziemlich zum Schluss
Wenn jemand ein Restaurant eröffnen möchte, kauft er meistens nicht zuerst ein Kassensystem.
Zuerst wird ein Lokal gesucht. Danach wird renoviert.
Wände werden gestrichen. Eine Küche wird geplant. Tische, Stühle, Kühlschränke, ein Grill oder ein Pizzaofen werden gekauft.
Dann kommen Lieferanten, Versicherungen, Personal, Speisekarte, Preise, Genehmigungen und noch ungefähr hundert andere Sachen.
Und irgendwann merkt jemand:
„Wir brauchen ja auch noch eine Kasse.“
Deshalb ist das Kassensystem oft einer der letzten Schritte vor der Eröffnung.
Zu diesem Zeitpunkt ist die Idee des Restaurants normalerweise schon ziemlich weit.
Der zukünftige Betreiber hat viel Geld investiert, viele Entscheidungen getroffen und oft schon einige schlaflose Nächte hinter sich.
Und genau in dieser Phase lernen wir viele unserer Kunden kennen.
Eigentlich wollten sie nur eine Kasse kaufen
So beginnt fast jedes Gespräch.
Wir sprechen über Software, Bondrucker, Küchendrucker, Tischpläne, Kartenzahlung und TSE.
Aber oft dauert es keine zehn Minuten, bis das KAssensystem plötzlich nicht mehr das wichtigste Thema ist.
Dann liegt eine Speisekarte auf unserem Tisch.
Oder ein Grundriss vom Restaurant.
Manchmal sehen wir Fotos von der Baustelle. Manchmal Zeichnungen.
Und manchmal auch eine kleine Skizze, die schnell auf einem Zettel oder Bierdeckel gemacht wurde.
„Was meinen Sie: Sind 140 Gerichte zu viel?“
„Soll ich auch Frühstück anbieten?“
„Die Konkurrenz verkauft Schnitzel für 13,90 Euro. Muss ich das auch?“
„Brauche ich wirklich vier verschiedene Lieferanten?“
„Meinen Sie, dieses Konzept funktioniert in Deutschland?“
„Was würden Sie an meiner Stelle machen?“
Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Technik.
Es geht um ein Restaurant. Um Geld. Um die Zukunft. Und sehr oft um einen Traum, an dem eine ganze Familie hängt.
Hinter jeder Kasse steckt eine Geschichte
Für uns ist ein Kassensystem nicht einfach nur ein Karton im Lager.
Hinter fast jeder Bestellung steckt ein Mensch.
Manchmal steckt dahinter das Ersparte aus vielen Jahren Arbeit.
Manchmal ein Kredit. Manchmal die Unterstützung der ganzen Familie.
Und manchmal ist das neue Restaurant der Versuch,
in Deutschland ein neues Leben aufzubauen.
Viele unserer Kunden sind nicht in Deutschland geboren.
Sie mussten eine neue Sprache lernen. Neue Gesetze verstehen.
Sich mit Ämtern, Vermietern, Lieferanten und dem Finanzamt beschäftigen.
Und nebenbei sollen sie natürlich auch noch ein gutes Restaurant aufbauen.
Das ist nicht einfach.
Gerade dann nicht, wenn jedes Formular schwer verständlich ist und man bei jedem Brief zuerst denkt:
„Was wollen die jetzt wieder von mir?“
Trotzdem haben diese Menschen den Mut, ein Restaurant, einen Imbiss oder ein Café zu eröffnen.
Davor haben wir ganz ehrlich großen Respekt.
25 Jahre zuhören
Wenn man das über ein Vierteljahrhundert macht, kommt einiges zusammen.
Tausende Kassensysteme
Verkauft, eingerichtet und in Restaurants, Cafés, Imbissen und anderen Gastronomiebetrieben installiert.
Tausende Gespräche
Nicht nur über Software, sondern über Speisekarten, Preise, Personal, Lieferanten und den täglichen Betrieb.
Unzählige Ideen
Manche waren hervorragend. Manche etwas zu groß. Andere haben sich später ganz anders entwickelt als geplant.
Viele Sorgen
Finanzierung, Gäste, Personal, Vorschriften und die Frage, ob am Ende wirklich alles funktioniert.
Manche Gespräche dauerten zwanzig Minuten. Andere dauerten drei Stunden.
Wir haben über Pizza, Döner, Schnitzel, Sushi, Bier, Kaffee, Wein, Frühstück, Lieferdienste und Kindermenüs gesprochen.
Über Personalmangel.
Über zu hohe Einkaufspreise.
Über Gäste, die alles möglichst billig haben möchten, aber glEichzeitig frische Zutaten und große Portionen erwarten.
Und natürlich auch über das Finanzamt.
Wahrscheinlich haben wir in dieser Zeit Millionen Gedanken, Wünsche und Überlegungen gehört.
Viele davon hatten mit einer Kasse erst einmal gar nichts zu tun.
Irgendwann erkennt man Muster
Nicht weil wir klüger wären.
Und schon gar nicht, weil wir bessere Gastronomen wären.
Sondern weil wir über viele Jahre sehr viele unterschiedliche Betriebe kennenlernen durften.
Der eine möchte 220 Gerichte anbieten.
Der nächste möchte gleichzeitig Restaurant, Café, Cocktailbar, Eisdiele und Lieferservice sein.
Ein anderer möchte achtzig Sitzplätze mit einem einzigen Koch bedienen.
Und dann kommt jemand mit einer kleinen Speisekarte.
Zwölf oder fünfzehn Gerichte.
Dafür eine klare Idee, gemeinsame Zutaten und Abläufe, die auch in einer vollen Küche noch funktionieren können.
Nach so vielen Jahren bekommt man irgendwann ein Gefühl dafür.
Manchmal kommt ein Kunde herein, erzählt zehn Minuten von seinem geplanten Betrieb und wir denken:
„Das könnte wirklich gut werden.“
Bei einem anderen Konzept denkt man vielleicht:
„Puh. Hoffentlich geht das gut.“
Natürlich können wir uns irren.
Aber erstaunlich oft hat sich dieser erste Eindruck später bestätigt.
Wir haben Eröffnungen gesehen – und leider auch Schließungen
Wir haben Menschen erlebt, die voller Freude ihr erstes Restaurant eröffnet haben.
Manche kamen einige Jahre später zur zweiten Kasse, weil der Betrieb größer geworden war.
Einige eröffneten sogar ein zweites oder drittes Restaurant.
Solche Geschichten freuen uns natürlich.
Leider gibt es aber auch die andere Seite.
Manche Restaurants haben geschlossen, bevor sie überhaupt den ersten Gast richtig bedienen konnten.
Andere waren nach einem Monat wieder weg.
Manche haben ein Jahr gekämpft und dann aufgegeben. Nicht immer war das Essen schlecht.
Oft waren es viele kleine Entscheidungen, die am Ende zusammen zu einem großen Problem wurden.
- Eine viel zu große Speisekarte
- Zu viele unterschiedliche Zutaten
- Falsch kalkulierte Verkaufspreise
- Zu hohe Lagerbestände
- Unklare Küchenabläufe
- Zu viele Ideen auf einmal
- Zu wenig Geld für die Startphase
- Falsche Erwartungen an den Umsatz
Besonders oft haben wir später einen Satz gehört:
Wenn ich das damals schon gewusst hätte …
Genau dieser Satz ist uns im Kopf geblieben.
Heute schreibt jeder irgendetwas ins Internet
Im Internet findet man mittlerweile tausende Artikel über Gastronomie.
„Die zehn Geheimnisse eines erfolgreichen Restaurants.“
„So verdoppeln Sie Ihren Umsatz.“
„Mit diesen fünf Tricks wird jedes Restaurant erfolgreich.“
Das klingt schön.
Mit dem echten Alltag hat es aber oft wenig zu tun.
Denn ein Restaurant besteht nicht nur aus gutem Essen und schönen Bildern bei Instagram.
Es besteht auch aus Einkauf, Personal, Miete, Strom, Vorbereitung, Reinigung, Lager, Steuern, Reklamationen und vielen kleinen Problemen, die jeden Tag neu entstehen.
Manchmal fällt morgens ein Mitarbeiter aus.
Mittags geht der Kühlschrank kaputt.
Abends möchte ein Gast ein Gericht bestellen, das seit drei Monaten niemand bestellt hat – und natürlich genau dann fehlt eine Zutat.
Gastronomie ist nicht immer schön.
Aber sie kann sehr schön sein, wenn das Konzept zum Menschen, zum Standort und zu den vorhandenen Möglichkeiten passt.
Warum wir diese Artikelserie schreiben
Wir möchten niemandem erklären, wie man kocht.
Das können andere Menschen ganz sicher besser.
Wir möchten auch nicht so tun, als hätten wir für jedes Problem die perfekte Lösung.
Die haben wir nicht.
Wir möchten einfach aufschreiben, was wir in mehr als 25 Jahren gesehen und gehört haben.
Was bei vielen Betrieben funktioniert hat.
Was immer wieder schiefgegangen ist.
Welche Ideen gut klangen, aber in der Praxis kaum umsetzbar waren.
Und welche kleinen Entscheidungen manchmal einen großen Unterschied gemacht haben. Nicht aus Sicht eines Kochs.
Nicht aus Sicht eines Restaurantkritikers.
Sondern aus Sicht eines Unternehmens, das seit über 25 Jahren jeden Tag mit Gastronomen arbeitet.
Eben ein Blick von der Seite.
Was wir hier veröffentlichen möchten
Dieser erste Artikel ist nur der Anfang.
In den nächsten Wochen und Monaten möchten wir hier nach und nach weitere Beiträge veröffentlichen.
Geplant sind unter anderem Themen wie:
- Wie man eine sinnvolle Speisekarte aufbaut
- Warum weniger Gerichte oft mehr Gewinn bringen
- Typische Fehler vor einer Restaurant-Eröffnung
- Food Cost und Kalkulation einfach erklärt
- Getränke richtig auswählen und kalkulieren
- Wie gemeinsame Zutaten Lagerkosten reduzieren
- Welche Gerichte in Stoßzeiten Probleme machen
- Wie Speisekarten im Kassensystem aufgebaut werden
- Restaurantkonzepte für verschiedene Zielgruppen
- Praxisbeispiele für Restaurants, Imbisse und Cafés
- Vorlagen für unterschiedliche Speisekarten
- CSV-Vorlagen zur Nutzung in BlitzKasse
Wir werden über bayerische Wirtshäuser schreiben.
Über italienische, griechische, türkische und indische Restaurants.
Über Burger, Sushi, Döner, Frühstück, Bäckereien, Eiscafés, Foodtrucks und viele andere Konzepte.
Dabei geht es nicht nur um Gerichte.
Es geht auch um Einkauf, Vorbereitung, Lagerhaltung, Küchenorganisation, Personal, Preise und die Frage:
Kann dieses Konzept im echten Alltag überhaupt funktionieren?
Keine perfekten Lösungen für Fantasie-Restaurants
Wir möchten keine Speisekarten für Restaurants erstellen, die nur auf dem Papier funktionieren.
Jede Empfehlung soll sich in Deutschland wirklich umsetzen lassen.
Mit echten Mitarbeitern.
Mit echten Einkaufspreisen.
Mit einer Küche, die nicht unendlich groß ist.
Und mit Gästen, die manchmal völlig anders bestellen, als ursprünglich gedacht.
Eine gute Idee muss nicht besonders kompliziert sein.
Im Gegenteil.
Oft sind die einfachsten Konzepte langfristig die besten.
Weniger Gerichte.
Weniger Zutaten.
Klare Abläufe.
Und ein Angebot, das der Gast sofort versteht.
Vielleicht hilft gerade die Meinung eines Außenstehenden
Ein Koch sieht zuerst die Küche.
Ein Servicemitarbeiter sieht den Gastraum.
Ein Steuerberater sieht die Zahlen.
Wir sehen jedes Jahr viele unterschiedliche Betriebe und hören sehr viele verschiedene Geschichten.
Vielleicht erkennen wir deshalb manchmal etwas, das im täglichen Stress nicht mehr auffällt.
Vielleicht liegen wir manchmal auch daneben.
Das gehört dazu.
Wir behaupten nicht, dass wir alles wissen.
Aber wir haben in den letzten 25 Jahren sehr viel gesehen.
Vielleicht hilft genau dieser Blick von der Seite.
Falls Sie gerade Ihr eigenes Restaurant planen …
… dann drücken wir Ihnen ehrlich die Daumen.
Denn wir wissen, wie viel Mut dazu gehört.
Ein Restaurant zu eröffnen bedeutet oft viel mehr , als nur gut kochen zu können.
Es bedeutet Verantwortung.
Für die Familie. Für die Mitarbeiter.
Für das Ersparte. Und für die eigene Zukunft.
Vielleicht hilft Ihnen einer unserer nächsten Artikel dabei, einen Fehler weniger zu machen.
Vielleicht sparen Sie dadurch etwas Geld, ein paar Stunden Arbeit oder eine schlaflose Nacht.
Mehr wollen wir mit dieser Serie eigentlich gar nicht erreichen.
Herzlich willkommen bei
„Gastronomie – Ein Blick von der Seite.“
Wie oft erscheinen neue Artikel?
Ehrlich gesagt: Wir wissen es noch nicht.
Wir machen so etwas zum ersten Mal.
Und wir wissen heute auch noch gar nicht, ob jemand unsere Gedanken überhaupt lesen möchte.
Vielleicht interessiert es viele Gastronomen.
Vielleicht lesen es nur ein paar Menschen.
Vielleicht sagt jemand:
„Genau darüber habe ich gerade nachgedacht.“
Und vielleicht denkt ein anderer:
„Was wollen die Kassenleute mir jetzt über Gastronomie erzählen?“
Beides wäre völlig in Ordnung.
Wir möchten es einfach versuchen.
Denn in mehr als 25 Jahren haben wir so viele Gespräche geführt,
so viele Ideen gehört und so viele unterschiedliche Betriebe erlebt,
dass es eigentlich schade wäre, dieses Wissen irgendwann einfach zu vergessen.
Wir sind keine Redaktion.
Und wir sind auch keine professionellen Schriftsteller.
Unsere eigentliche Arbeit bleibt weiterhin die Entwicklung von Kassensoftware, die Einrichtung von KAssensystemen und der tägliche Kontakt mit unseren Kunden.
Deshalb werden wir hier nicht jeden Tag irgendeinen neuen Text veröffentlichen, nur damit im Blog etwas Neues steht.
Jedes Thema wird bei uns zuerst besprochen.
Manchmal sitzt fast die ganze Mannschaft zusammen.
Einer erinnert sich an einen Kunden.
Ein anderer hat genau das Gegenteil erlebt.
Dann wird diskutiert. Manchmal auch etwas länger.
Wir fragen uns:
- Ist dieses Thema wirklich hilfreich?
- Haben wir dazu selbst genug gesehen und erlebt?
- Kann ein Gastronom damit im echten Alltag etwas anfangen?
- Haben wir überhaupt etwas Neues zu sagen?
Erst danach entsteht ein Artikel.
Das braucht natürlich Zeit.
Unser erster Gedanke war:
Vielleicht schaffen wir bis zu zwei neue ARtikel pro Woche.
Aber Pläne und Realität sind bekanntlich nicht immer gute Freunde.
Vielleicht werden es manchmal zwei Artikel.
Vielleicht nur einer.
Vielleicht brauchen wir für ein schwieriges Thema auch länger.
Und möglicherweise stellen wir irgendwann fest, dass kaum jemand diese Texte lesen möchte.
Auch das werden wir dann sehen.
Wir möchten deshalb nichts Großes versprechen.
Lieber veröffentlichen wir einen ehrlichen und hilfreichen Beitrag als fünf schnell geschriebene Texte, die eigentlich nichts sagen.
Wir sind eben keine Schriftsteller.
Wir sind ein Team, das nach mehr als 25 Jahren Zusammenarbeit mit Gastronomen einiges gesehen, gehört und erlebt hat.
Und dieses Wissen möchten wir nun langsam aufschreiben.
Wie oft? Das wird sich zeigen.
Ob es jemand lesen möchte? Das hoffentlich auch.
